Praxisforum Energiewende

Programm

11:00–11:15 Uhr – Begrüßung und Zielsetzung
Viele Akteure hoffen auf Energy Sharing als Heilsversprechen. Tatsächlich herrscht Rechts-, Rollen- und Umsetzungsunsicherheit.
Diese Diskrepanz muss offen adressiert werden.

 – Warum Energy Sharing gerade jetzt relevant ist – und warum es trotz politischer Rhetorik noch nicht funktioniert
– Klare Erwartungshaltung: Was Teilnehmende realistisch mitnehmen können – und was (noch) nicht

11:15–12:15 Uhr – Status quo: Rechtsrahmen heute
Ohne nüchterne Bestandsaufnahme entstehen falsche Erwartungen. Dieses Modul räumt auf – fundiert, aber verständlich.
– EU-Vorgaben (RED II / RED III): Anspruch vs. Umsetzung
– Aktuelle Lage im deutschen Recht (EnWG, EEG, Strommarktlogik)
– Abgrenzung zu Mieterstrom, Quartiersstrom, Bürgerenergie
– Zentrale Bremsklötze:
   o Netzanschlusspunkte
   o Bilanzierung & Marktkommunikation
   o Rollenmodelle & Haftung
   o Fehlende Standardisierung

12:15–13:00 Uhr – Mittagsimbiss

13:00–14:15 Uhr – Praxisformate heute: Was geht – und was nicht?
Teilnehmende wollen umsetzbare Optionen, keine Visionen. Dieses Modul trennt belastbare, realisierbare Modelle von politischem Wunschdenken.

– Mieterstrom & Quartierslösungen: Wo sind sie sinnvoll, wo nicht?
– Genossenschaftliche Modelle: Chancen und Grenzen
– Kommunale Perspektive:
o Eigenerzeugung
o Beteiligungsmodelle
o Abgrenzung zu Beihilfe- und Vergaberecht
– Typische Fehler aus der Praxis (ehrlich benannt)

14:15–15:00 Uhr – Kaffeepause & Markt der Fragen
– Offenes Q&A
– Sammlung ungelöster Punkte für den Nachmittag

14:15-15:30 Uhr – Blick nach vorn: Energy Sharing „von morgen“
Viele Akteure müssen heute Entscheidungen treffen, deren Wirkung erst in Jahren greift. Dieses Modul schafft Orientierung statt Prognoseillusion.
Was sich ändern muss – und was realistisch kommt
– Erwartbare rechtliche Entwicklungen (2025–2027)
– Mögliche Standardmodelle (Netz, Bilanzierung, Plattformen)
– Rolle von Kommunen als Ermöglicher statt Betreiber
– Wo sich Engagement jetzt lohnt – und wo nicht

15:30–16:15 Uhr – Kaffeepause & Markt der Fragen
– Offenes Q&A
– Sammlung ungelöster Punkte für den Nachmittag

16:15–17:15 Uhr – Werkstatt: Von der Idee zur nächsten Handlung
Das Praxisforum endet bewusst nicht mit der Erkenntnis „interessant, aber kompliziert“, sondern mit konkreten nächsten Schritten. In vier parallel arbeitenden, moderierten Gruppen werden re-
ale Handlungsoptionen herausgearbeitet – zugeschnitten auf die jeweiligen Akteure:

1. Kommunen
▪ Was ist der nächste realistische Schritt, den eine Kommune heute rechtssicher gehen
kann?
▪ Welche Rolle sollte die Kommune einnehmen (Ermöglicher, Moderator, Beteiligter –
aber wo liegen die Grenzen)?
▪ Welche Partner werden benötigt (Stadtwerke, Genossenschaften, Projektierer)?
▪ Welche rechtlichen oder regulatorischen Klarstellungen fehlen aus kommunaler
Sicht?
2. Energiegenossenschaften / Bürgerenergie
▪ Welche Modelle sind im aktuellen Rechtsrahmen tragfähig?
▪ Wo liegen die größten operativen Hürden (Netz, Bilanzierung, Marktkommunikation)?
▪ Welche Kooperationspartner sind notwendig, um Projekte zu realisieren?
▪ Welche regulatorischen Anpassungen würden konkrete Projekte ermöglichen?
3. Wohnungswirtschaft & Projektentwickler
▪ Wo ist Energy Sharing wirtschaftlich sinnvoll integrierbar (Bestand / Neubau / Quartier)?
▪ Welche Risiken und Haftungsfragen sind heute noch ungeklärt?
▪ Welche Partner- und Rollenmodelle funktionieren in der Praxis?
▪ Welche rechtlichen Rahmenbedingungen bremsen Skalierung und Wiederholbarkeit?
4. Unternehmen (Industrie, Gewerbe, Mittelstand)
▪ In welchen Konstellationen kann Energy Sharing für Unternehmen heute sinnvoll eingesetzt werden (Kosten, Versorgungssicherheit, Standort)?
▪ Welche unternehmerischen Voraussetzungen müssen erfüllt sein (Lastprofile, Flä-
chen, Investitionshorizonte)?
▪ Welche Partner sind erforderlich (Kommunen, Stadtwerke, Projektierer, Plattformen)?
▪ Wo verhindern rechtliche Unsicherheiten oder Marktregeln derzeit wirtschaftlich tragfähige Entscheidungen?

17:15–18.00 Uhr – Zusammenfassung & Ausblick
– Gemeinsame Erkenntnisse und nächste gemeinsame Schritte

ab 18.00 Uhr – Get-together